Social Marketing und Bildung für eine nachhaltige Waldwirtschaft

Als notwendige Konsequenz aus international eingegangenen Verpflichtungen Deutschlands zum Schutz der biologischen Vielfalt, aber auch als Reaktion auf die gesellschaftlichen Konflikte im Zusammenhang mit der Nutzung der heimischen Wälder und die strukturell bedingte Ertragskrise der Forst- und Holzwirtschaft wurde in Deutschland mit dem Nationalen Waldprogramm ein breit angelegter Diskussionsprozess zur zukünftigen Waldnutzung und -bewirtschaftung initiiert. An dem Prozess waren fast alle am Wald und seiner Nutzung interessierten gesellschaftlichen Gruppen, Verbände und Behörden beteiligt. Grundlage und Ziel des Nationalen Waldprogramms ist eine nachhaltige Waldwirtschaft, die nicht nur einen dauerhaften Holzertrag und andere wirtschaftliche Leistungen des Waldes sichert, sondern auch seinen vielfältigen ökologischen, sozialen und kulturellen Funktionen Rechnung trägt. Die Umsetzung des Leitbilds Nachhaltige Waldwirtschaft erfordert nicht nur die Kooperationsbereitschaft der in das Nationale Waldprogramm eingebundenen waldwirtschaftlichen Akteure, sondern darüber hinaus ist ein breiter gesellschaftlicher Rückhalt für das Konzept notwendig.

Im Rahmen des Projekts Social Marketing und Bildung für eine nachhaltige Waldwirtschaft hat sich der Forschungsverbund Mensch & Wald mit der Frage beschäftigt, wie das Leitbild Nachhaltige Waldwirtschaft besser in der Öffentlichkeit vermittelt und wie Unterstützung bei der Umsetzung des Leitbilds bei wichtigen gesellschaftlichen Akteuren und in der Bevölkerung erreicht werden kann.

Das Projekt, das am 1. April 2006 begann uns am 31. Mai 2008 endete, wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Förderschwerpunkts 'Nachhaltige Waldwirtschaft'gefördert.

Das Projekt gliederte sich in zwei Teilvorhaben:

Im Teilvorhaben 'Social Marketing für eine nachhaltige Waldwirtschaft' wurden vom ECOLOG-Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung teilweise in Zusammenarbeit mit Sinus Sociovision u.a. die folgenden Arbeiten durchgeführt:

  • Untersuchung der Einstellungen zu 'Wald und Holz' in der Bevölkerung unter Berücksichtigung von Alter, Bildung, Einkommen und Lebensstilen

  • Bestandsaufnahme der direkten Kommunikation zu 'Wald' und 'Holz' auf überregionaler Ebene sowie in den Untersuchungs- und Modellregionen Göttingen, Kellerwald/Edersee und Schorfheide Chorin

  • Analyse der Berichterstattung zu 'Wald' und 'Holz' in überregionalen und regionalen Medien

  • Entwicklung von Konzepten für Kommunikation und (informelle) Bildung zum Leitbild Nachhaltige Waldwirtschaft

  • Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis und wissenschaftlicher Austausch


Im Mittelpunkt des zweiten Teilvorhabens 'Bildung für eine nachhaltige Waldwirtschaft', das am Institut für Umweltkommunikation der Universität Lüneburg bearbeitet wurde, standen die Beschäftigung mit dem Thema 'Wald' in Schulen und außerschulischen Bildungseinrichtungen und die Anforderungen, die sich aus dem Konzept einer 'Bildung für nachhaltige Entwicklung' (BNE) hierfür ergeben.